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Die Frau in Gold
Klassiker der Filmrevolte

Klassiker der Filmrevolte

Politische Notwendigkeit

 

In Abständen zeigen sich diese und es zeigen sich solche Filme. Die Epoche ist schaffend, Filme, mit dem ein Kameraschwenk ins Licht, fällt auch der Tote mit Weißer Nase nicht auf. Die Haare wirken zerrsaust, und ein Blatt im Wind will von diesen nicht abfliegen. Kurz ist der Moment des störenden Monologs von Popcorn im Kino. Hellen Mirren schaut jünger, als sie selbst es tatsächlich ist. Sie ist auch eine andere Frau, Schauspielerin, als das tatsächliche Leben der Protagonistin, Rolle und Akteurin im Film. Es ist ihr fallendes Haar, geordnet, die Erinnerung an New York, das kommende Kalifornien, das Ende mit einem Schlusssatz über das Österreich vom Verschwiegenen.

 

So ist die letzte Szene mit Dialog und Hauptbild ein extrem über das Österreich der damaligen Zeitenwende aus dem Millennium. Wie so oft kommt vor, wenn das Österreich vom Verschwiegenen selbst Protagonist, Rolle und Akteur spielt. In Österreichs Filmlandschaft regieren Publikumskünstler der Entfremdung. Konstanz in Distanz. Flur und Friedhof. Stadt und Weltschmerz. Als dies ist Wien, weniger bekannt ist das Wien der Bürger und Bürgerinnen – es mag ein Wien für alle sein, aber ein Eingeständnis ist das Prekariat in Sachen Zeitgeschichte.

 

Vollkommenheit ist bedingt unmöglich, wenn Wien auch mit dem Tourismus immer anbandelt und kopuliert. Was ist Tourismus, wenn letztlich nicht Nürnberger Stunden Beziehung bleiben? Das Wien ist ein hoffender Fall der Zeitgeschichte. Ist das Vergessen nicht unmöglich? Wenn Opfer die Stadt hinter sich lassen… letztlich jubelt über /“Die Frau in Gold“/ ein Name der NS-Zeit, prekär und obszön sei hingegen die Wahrheit des Israelitischen Ursprungs. Wenn die Erfindungskunst sagt: Aber ein Gustav Klimt ist Wiener.

 

Damit zeigt sich in Abständen ein Zusammenhang der Zeitgeschichte. In diesem Fall ist es Hellen Mirrens Besuch in der wonnigen und seligen Stadt von Kaiserpaar, Lipizzaner, Sachertorte, Apfelstrudel, Sozialdemokratie und Fiaker. Ein Komplott ist das Sagen von der Sage des Nationalsozialismus. Den hat es für die /“Goldene Adele“/ gegeben, und da sind Widersprüche mit einem Prozent Verstand – die Verfolgung von Menschen – gegeben. Das Auf und Wie der späten Sozialdemokratie Wiens ist die Brüstung für den Fall von Engeln. Ich sage gerne auf, dass der Nationalsozialismus im Österreichischen Schulunterricht keine Rolle spielen mag – Es ist ein Gegensatz – zu sagen von Geschichte – nicht zu sagen über das Denken der Politischen und Religiösen Verfolgung. Ist denn jemand bis heute in diesem Wien verfolgt gewesen?

 

Jahrmarkt und Flohmarkt. Das ist ein anderes Österreich. Kirmes und Prater. Allee und Park. Dies sind Schritte Österreichs, die von einem ungewiss unbekannten heraus führen. Mit der /“Die Frau in Gold“/ als Film, schaffen die /Klassiker der Filmrevolte/ mit einem Denken den Beginn – die Unnahbarkeit spricht weiterhin für den Nationalsozialismus und die NS-Zeit. Als Maria Altmann wird ein Prozent Verstand von Wirklichkeit gezeigt. Das Klischee des Nationalsozialismus mit Anfeindung, Pöbelei, Denunziation, Überwachung und Demütigung gegen Politisch und Religiös Verfolgten wird ebenfalls wiederholt genutzt.

 

Das Verbrechen des Nationalsozialismus lässt sich auch nicht mit einem Anfang von 1938 und einem späten Ende am Jahr 2000 wegdenken. Das Geschehen ist das Erbe, von jenen, die Kontrolle ohne Selbstkritik und Populismus ohne Gesellschaftskritik fordern. Das Haupt des Hakenkreuzes lag für Maria Altmann als Zeitzeugin beim Grab der Eltern. Während hingegen der Film mit dem Tod der Schwester gut genug – im jüngsten –  beginnt. Dies führt zur Aufarbeitung der Geschichte – hinfort zählen Anbiederung und Bestechlichkeit als Filmthema. Das Aufarbeiten der NS-Vergangenheit reicht nicht aus, indem nur dieser Film gezielt gezeigt wird.

 

Als Menschen denken wir den Nationalsozialismus mit allen Verbrechen hinweg. Die Manipulation der Stimme des Volkes zeigt sich in /“Die Frau in Gold“/, indem der Film nicht gezeigt wird. Als hiermit das Projekt aufgenommen wird, wenn es sich um einen /Die Klassiker der Filmrevolte/ handeln will.

 

Mit dem bisweilen etwa etwas Verstehen von dieser Zeit. Als Captain Trips zeigt sich ihm ein In-Gefahr-Laufen mit einem Verschweigen dieser bösen und schlechten Epoche der Zeitgeschichte. Im Umdenken und Widerlegen gegen die Unnahbarkeit dem Nationalsozialismus gegenüber, spricht der Film spät über eine Vergangenheit. Sie aus auch Vergangenheit, indem sie eine Globale Sprache besitzt. Die Gegenwart unternimmt als Stimme des Volkes das wenige und das geringe: „Wir wollen eine Kinderwelt für alle Menschen, aber wir wollen keine Kinderwelt für Taube, Stumme und Blinde.“.

 

Lemming Tschoubie

Niemandslandende, 11. Juli 2016

 
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